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Oxford: Colleges, Gärten, Geschichte

Max

von Max

Ein Besuch in Oxford ist wie eine Reise durch Raum und Zeit. Die traditionsreiche Universitätsstadt verzaubert nicht nur mit ihrer ehrwürdigen Architektur, sondern auch mit stillen, grünen Oasen, literarischen Spuren – und sogar mit einem Hauch Magie aus Hogwarts. Doch Oxford ist nicht nur ein Ort für Tagträumer und Bücherwürmer, wer nach Sonnenuntergang bleibt, erlebt eine lebendige Pubkultur, charmante Bars und überraschend viel Musik.

Die beste Reisezeit für Oxford liegt zwischen Mai und September. Dann sind die Gärten farbenprächtig, das Wetter angenehm mild, und die Wasserwege laden zum Punting ein. Auch das studentische Leben ist entspannter, was den Zugang zu Colleges erleichtert. Festivals, Open-Air-Kino und Freilufttheater runden das sommerliche Kulturprogramm ab.

Universität von Oxford

Die University of Oxford ist die älteste Universität im englischsprachigen Raum und zählt zu den renommiertesten der Welt. Ihre Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Heute besteht die Universität aus 39 autonomen Colleges, die zugleich Wohnheim, Lehrstätte und soziale Gemeinschaft für Studierende sind. Jedes College besitzt seine eigenen Gebäude, Bibliotheken, Kapellen und oft auch prachtvolle Gärten, die Oxford ihr einzigartiges Stadtbild verleihen.

Berühmt ist Oxford für ihre akademische Exzellenz und lange Liste berühmter Absolventen,  darunter Stephen Hawking, Oscar Wilde, J.R.R. Tolkien, Margaret Thatcher und Malala Yousafzai. Auch viele britische Premierminister sowie internationale Staatsoberhäupter haben hier studiert.

Die Architektur der Universität ist atemberaubend, von der mittelalterlichen Bodleian Library bis zur barocken Radcliffe Camera. Viele Gebäude sind öffentlich zugänglich, was Oxford zu einem lebendigen Museum macht.

Die geheimen Gärten der Colleges

Viele der berühmtesten Colleges Oxfords, darunter Magdalen College, Christ Church und New College, beherbergen prachtvolle Gärten, die meist nur durch hohe Steinmauern oder schmiedeeiserne Tore zu erahnen sind. Wer einen Blick hinter diese Kulissen wagt, wird mit üppigen Grünflächen, Rosenlauben und alten Bäumen belohnt, unter denen einst Gelehrte und Dichter wandelten.

Das Magdalen College beeindruckt mit seinem weitläufigen Hirschpark und dem romantischen Addison’s Walk, während das New College mit seinen alten Mauern, Eiben und dem stillen Kreuzgang eher an ein Kloster erinnert – oder eben an Hogwarts.

Die meisten Colleges erheben Eintritt, meist 5–10 Pfund. Beliebt und entsprechend oft frequentiert ist das Christ Church College. Führungen lohnen sich, um Zugang zu versteckten Bereichen zu erhalten und mehr über die Geschichte, Architektur und Filmszenen zu erfahren.

Auf den Spuren von Harry Potter

Oxford diente gleich mehrfach als Kulisse für die Harry-Potter-Filme. Fans erkennen viele Drehorte sofort wieder:

  • Christ Church College: Die imposante Great Hall inspirierte das Design der Großen Halle in Hogwarts. Besonders sehenswert ist die breite Treppe, auf der die Erstklässler in Stein der Weisen empfangen werden.
  • New College: Der Innenhof mit dem alten Baum ist im vierten Film zu sehen – dort, wo Malfoy in ein Frettchen verwandelt wird.
  • Divinity School in der Bodleian Library: Diese diente als Krankenflügel von Hogwarts. Mit ihrem gotischen Fächergewölbe ist sie ein Highlight selbst für Nicht-Fans.

Auf dem Wasser: Punting in Oxford

Ein Oxford-Klassiker ist das Punting, eine ruhige Gondelfahrt mit einem flachen Boot über den Fluss Cherwell. Besonders romantisch ist die Strecke ab dem Magdalen Bridge Boathouse, vorbei an Weiden, Gärten und Collegewiesen. Boote kann man selbst steuern (nichts für Anfänger) oder sich gemütlich von einem „Punter“ chauffieren lassen.

Tolkien in Oxford: Auf den Spuren von Mittelerde

J.R.R. Tolkien verbrachte den Großteil seines Lebens in Oxford. Als Professor am Pembroke College schrieb er große Teile von Der Hobbit und Der Herr der Ringe. Der friedliche Addison’s Walk war sein Rückzugsort, den er häufig mit C.S. Lewis entlangschlenderte – Diskussionen über Mythologie inklusive.

Ein Pflichtbesuch für Tolkien-Fans: der Pub The Eagle and Child, wo sich die Schriftstellergruppe The Inklings traf. Noch heute kann man dort an einem der alten Holztische sitzen und sich vorstellen, wie Frodo, Gandalf und Mittelerde ihren Anfang nahmen.

Oxford bei Nacht

Oxford schläft nicht, wenn die Bibliotheken schließen – ganz im Gegenteil. Die Stadt hat eine lebendige, aber stilvolle Kneipen- und Barkultur.

Pubs mit Geschichte

  • The Eagle and Child (St Giles): Wie erwähnt, ein Mekka für Tolkien- und Lewis-Fans – eng, rustikal, authentisch.
  • The Turf Tavern (Hinter St. Helen’s Passage versteckt): Ein uralter Pub mit niedrigen Decken, Biergarten und Geschichte.
  • The Bear Inn (High Street): Einer der ältesten Pubs Oxfords, berühmt für seine Sammlung abgeschnittener Krawatten aus Colleges und Clubs.

Moderne Bars & Cocktails

  • Raoul’s Bar (Jericho): Eine tolle Cocktailbars der Stadt. Kreativ, hochwertig und mit eleganter Atmosphäre.
  • The Varsity Club (High Street): Die Dachterrasse ist ideal für einen Drink bei Sonnenuntergang. Die Bar hat mehrere Ebenen und zu später Stunde „Club-vibes“
  • The Alchemist (Westgate): Molekulare Cocktails, Nebel und Showeffekte, perfekt für alle, die Harry Potters Zaubertränke in der Bar erleben wollen.

Livemusik & Studentenleben

In Vierteln wie Jericho oder rund um Cowley Road wird es alternativer und bunter. Hier findest du Indie-Bars, Jazzclubs und kleine Livemusikbühnen. Besonders beliebt:

  • The Bullingdon (Cowley Rd): Livemusik, Comedy, DJs
  • The Jericho Tavern: Einst Startpunkt für Bands wie Radiohead

Anreise nach Oxford

Ich bin bisher auf verschiedenen Wegen nach Oxford gereist, sowohl mit den Bus von Heathrow aus als auch mit dem Auto selbst dorthin gefahren. Es gibt auch einen Bahnhof, wovon man London aus gut erreichen kann. Bus- und Bahnhof sind zentral gelegen und fußläufig erreichbar.

Die Anreise ist daher relativ problemlos, achtet allerdings, wenn ihr mit eurem Auto anreist, dass die Stadt im Sommer und gerade an Wochenende sehr voll sein kann.

Weiterhin ist zu beachten, dass öffentlichen Parken oft nicht günstig ist und ggfs. ohne britische Handynummer bzw. Parkapp nicht funktioniert. So war es bei uns auf dem Parkplatz am Bahnhof. Geklappt hat es dann auf dem Worcester Street Car Park, etwas teuer, aber auch näher zur Innenstadt.

Am besten fragt Ihr bei eurer Unterkunft nach, ob sie einen Tipp haben, insbesondere wenn ihr im Stadtzentrum übernachtet.

Max

Seit vielen Jahren bereise ich Großbritannien und schätze das Land und seine Menschen. Hier will ich vor allem auf die schönen und besonderen Ecken des Landes aufmerksam machen, die nicht in jedem Reiseführer stehen.