Wenn Du Cornwall besuchst und auf der Suche nach einem Ort bist, der Geschichte, Natur und pure Schönheit vereint, dann solltest Du Dir Lanhydrock House nicht entgehen lassen. Dieses prächtige viktorianische Landhaus liegt eingebettet in eine malerische Landschaft nahe Bodmin und ist eines der eindrucksvollsten Herrenhäuser Englands. Egal, ob Du Dich für Architektur, Gärten oder einfach nur einen idyllischen Spaziergang interessierst, hier kommst Du voll auf Deine Kosten.

Das Herrenhaus
Lanhydrock House wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert erbaut, aber nach einem verheerenden Brand im Jahr 1881 im viktorianischen Stil wiederaufgebaut. Heute wird das Anwesen vom National Trust verwaltet und erhalten. Sobald Du das Haus betrittst, fühlst Du Dich wie in eine andere Zeit versetzt. Über 50 Räume kannst Du besichtigen, von prächtigen Empfangszimmern bis hin zur beeindruckend ausgestatteten viktorianischen Küche und den Dienstbotenquartieren. Hier bekommst Du einen seltenen Einblick in das Leben „oben und unten“ zur Zeit des britischen Empire.
Die Räume sind authentisch eingerichtet – Du siehst Marmorkamine, antike Möbel, Ölgemälde, handbestickte Tapeten und vieles mehr. Besonders faszinierend ist die Bibliothek, die eine der umfangreichsten privaten Buchsammlungen Cornwalls beherbergt. Du wirst Dich wundern, wie detailverliebt und gut erhalten alles ist – es wirkt, als hätten die Bewohner das Haus gerade erst verlassen.
Es gibt drei Bereiche bzw. „Touren“ im Haus, die man selbstständig begehen kann, dabei sind alle Räume authentisch im Stile der damaligen Zeit und der entsprechenden Möbel und Dinge ausgestattet. Mich hat insbesondere die Führung durch die „Küche“ (tatsächlich etliche Räume von Backstube bis Fleischereizimmer, Patisserie bis Großküche) und die „State Rooms“, also die offiziellen Empfangsräumlichkeiten, interessiert.

Die Gartenanlagen
Die umliegenden Gärten und das weitläufige Gelände machen den Besuch zu einem echten Erlebnis. Rund um das Haus findest Du perfekt gepflegte viktorianische Terrassengärten mit saisonalen Blumen, duftenden Rosen und exotischen Pflanzen. Besonders im Frühling, wenn die Magnolien blühen, wirkt das Gelände wie aus einem Märchenbuch.
Ein Spaziergang durch das parkähnliche Gelände lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Über 400 Hektar umfasst das Anwesen, darunter alte Eichenwälder, versteckte Wege, ruhige Picknickplätze und spektakuläre Ausblicke auf die hügelige Landschaft Cornwalls. Wenn Du gerne wanderst oder mit dem Fahrrad unterwegs bist, findest Du hier auch verschiedene ausgeschilderte Routen – von gemütlichen Spaziergängen bis hin zu anspruchsvolleren Touren.
Für Groß und Klein
Lanhydrock ist ein Ort für die ganze Familie. Kinder können sich im Outdoor-Spielbereich austoben oder auf Entdeckungstour durch das Haus gehen – es gibt spezielle Führungen und Rätselhefte für junge Besucher. Und wenn Du eine Pause brauchst, laden das Café und der Tea Room zum Verweilen ein – am besten mit einer traditionellen Cream Tea oder einem herzhaften Cornish Pasty.

Besuch mit Hund, Anreise und Kosten
Es gibt mehrere Parkplätze an Haupteingang des Geländes, wobei vor dem Haupteingang bereits eine Cafe und ein Kinderspielplatz ist, diese kann man ohne Eintritt zu zahlen besuchen.
Von dem Parkplatz aus, an dem wir geparkt hatten, war es ca. 3-5 Minuten zu Fuß zur Pforte / Haupteingang. Im Juni 2025 war der Parkplatz kostenpflichtig und es gab einen Parkscheinautomaten, der leider nur Münzgeld nahm. Will man mit Karte zahlen, so muss man zum ca. 50m entfernt liegenden Cafe und dort mit Karte zahlen, man bestellt an der Kasse einfach ein Parkticket.
Am Haupteingang ist der Eintritt zu bezahlt, nicht ganz günstig (Juni 2025: 22 GBP / Person), aber lohnt sich unserer Meinung nach. Von dort aus sind es ca. 10 Gehminuten bis zum Herrenhaus bzw. der Hauptpforte zum Garten und daran angeschlossenen Haus.
Es empfiehlt sich, dass Ihr möglichst früh da seid, sodass ihr einen guten Parkplatz bekommt und auch ein bisschen alles in Ruhe genießen könnt, wir waren am Morgen bis frühen Mittag da. Zum Mittag hin hat es sich dann deutlich gefüllt und wer insbesondere sich Zeit im Haus nehmen möchte, ist gut beraten nicht allzu spät zu kommen und dies in einigermaßen Ruhe machen zu können.
Hunde sind auf dem gesamten Gelände außer dem Haus erlaubt, sind aber in den meisten Bereichen an der Leine zu führen. In den Gärten dürfen Hunde nicht auf dem Rasen, dies betrifft aber nur die „Ziergärten“ direkt am Haus.
An den Eingangspforten waren damals Wassernäpfe aufgestellt.
Offizielle Webseite des National Trust mit aktuellen Informationen, Preise etc.
Bilder: Maximilian Kauer
