Häfen, Routen und Reedereien im Überblick
Wer mit dem Auto, Wohnmobil oder Fahrrad nach Großbritannien reisen möchte, für den sind Fährverbindungen eine bequeme und flexible Alternative zum Flugzeug oder Eurotunnel. Heutzutage leider auch nicht mehr so günstig wie vor 10 Jahren und wenn man sich etwas „Flexibilität“ erlauben will und, vielleicht aufgrund einer längeren Anreise von Deutschlang aus, nicht auf eine explizit gebuchte Fähre angewiesen sein will.
Dennoch eine gute Möglichkeit, besonders mit Auto, viel Gepäck oder auch Hund einzureisen, insbesondere wenn man einen Roadtrip plant, die Landschaft erkunden will und nicht nur für ein paar Tage einen Städtetrip macht.
Von zahlreichen Häfen in Kontinentaleuropa aus lassen sich verschiedene Regionen des Vereinigten Königreichs schnell erreichen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Fährverbindungen, Reedereien und Zielhäfen.
Wichtige Abfahrtshäfen in Kontinentaleuropa
Die meisten Fähren nach Großbritannien starten in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Zu den bedeutendsten Häfen zählen:
- Calais (Frankreich): Der wohl bekannteste Fährhafen Europas. Mehrere Verbindungen täglich.
- Dünkirchen (Frankreich): Etwas weiter östlich von Calais, ebenfalls mit zahlreichen Abfahrten.
- Dieppe (Frankreich): Weniger frequentiert, aber interessant für Reisen nach Südengland.
- Hoek van Holland (Niederlande): Ein wichtiger Knotenpunkt für Reisende aus Nord- und Mitteleuropa.
- Rotterdam und IJmuiden (Niederlande): Ausgangspunkte für längere Überfahrten nach Nordengland.
- Zeebrugge (Belgien): Weniger frequentiert, aber praktisch für den Raum Brüssel und Westdeutschland.
Ankunftshäfen in Großbritannien
Je nach Route und Reederei werden unterschiedliche britische Häfen angefahren, darunter:
- Dover: Wichtigster Hafen im Südosten Englands, gut angebunden an London und Südengland.
- Newhaven: Liegt südlich von London, ideal für Südengland-Reisen.
- Harwich: Häufiges Ziel von Fähren aus den Niederlanden.
- Hull und Newcastle: Anlaufpunkte für Nordengland und Schottland.
- Portsmouth und Plymouth: Zielhäfen im Süden, ideal für Reisen nach Devon, Cornwall oder Wales.
Wichtige Fährgesellschaften
- P&O Ferries: Verbindungen von Calais und Rotterdam nach Dover und Hull.
- DFDS Seaways: Routen u.a. von Dünkirchen, Calais und IJmuiden nach Dover und Newcastle.
- Stena Line: Verbindung von Hoek van Holland nach Harwich.
- Brittany Ferries: Operiert vor allem zwischen Frankreich (Caen, St. Malo, Cherbourg) und Südengland (Portsmouth, Plymouth).
- Irish Ferries: Bietet u.a. Calais–Dover sowie Verbindungen nach Irland.
Die Fährverbindungen nach Großbritannien sind vielfältig und gut ausgebaut. Ob Kurzüberfahrt über den Ärmelkanal oder komfortable Nachtfähre – je nach Ausgangspunkt und Reiseziel bieten sich verschiedene Optionen. Wer mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, profitiert von Flexibilität und der Möglichkeit, auch abgelegenere Regionen Großbritanniens zu entdecken. Besonders in der Hochsaison lohnt es sich, frühzeitig zu buchen.

Meine Erfahrung
Ich habe bereits mehrfach die Verbindung Calais – Dover in den letzten 15 Jahren genutzt, da ich die Kürze der Überfahrt und die Häufigkeit der täglichen Verbindung zu schätzen weiß. Früher war die Überfahrt auch recht preiswert, heute deutlich teurer. Insbesondere wenn man sich um die gebuchte Verbindung ein +/- 3 Stunden Zeitfenster (zur Nutzung anderer Fähren ohne Aufpreis) oder das gleiche für den ganzen Tag bucht.
Es gibt Extras wie Priority-Boarding, Hunde-Lounge etc.
Da wir nun meist mit unserem Hund verreisen habe ich in den letzten 2 Jahren nur P&O Ferries genutzt und bin dahingehend eventuell etwas voreingenommen oder bin nicht im Bilde, ob andere Gesellschaften günstiger sind, ich bin dahingehend ein Gewohnheitsmensch und weiß den Service und die Hunde-Lounge einfach zu schätzen.
Für unsere letzte Überfahrt (Hin- und Rückfahrt) mit Auto, 2 Personen und Hund mit Lounge Zugang sowie 3 Stunden Zeitfenster bei der Hinfahrt und Vollflexibel bei der Rückfahrt haben wir ca. 430 EUR gezahlt.
Ebenso habe ich vor einigen Jahren mal die Fähre von den Niederlanden nach Newcastle genommen, wobei man hier aufgrund der langen Fahrzeit in einer Kabine ist und dort schlafen kann. War absolut in Ordnung, habe ich seitdem allerdings nicht mehr gemacht, da ich lieber die Strecke dann selbst mit dem Auto fahre.
Bei einer Unterhaltung mit einer tschechischen Taxifahrerin in Brighton wurde mir der Eurotunnel Autozug empfohlen, da sie diesen regelmäßig nimmt, da sie auch einen Hund hat und daher auch die Strecke mit dem Auto fahren muss. Anscheinen sehr schnell und auch preiswert, definitiv eine Option die ich bei der nächsten Autoreise nach UK prüfen werde.
