Der Park
Im Süden Englands, zwischen Southampton und dem Ärmelkanal, liegt der malerische New Forest Nationalpark, ein einzigartiges Naturparadies, das Besucher mit seiner Mischung aus wilden Landschaften, offenen Heideflächen und einer ganz besonderen Attraktion begeistert: den wilden Ponys des New Forest. Wir haben uns ein schönes Landhotel genommen, welches direkt an den offenen Nationalpark angrenzt und haben nach dem Start unserer „Wanderung“ bereits nach wenigen Minuten die ersten Ponys gesehen.
Der Nationalpark umfasst rund 566 Quadratkilometer und ist damit einer der kleineren Nationalparks im Vereinigten Königreich. Doch was ihm an Größe fehlt, macht er durch seine Geschichte, seine Ökosysteme und seine faszinierende Tierwelt mehr als wett. Bereits im Jahr 1079 wurde das Gebiet von Wilhelm dem Eroberer als königliches Jagdgebiet ausgewiesen. Diese jahrhundertealte Nutzung hat das Landschaftsbild entscheidend geprägt: weite Heideflächen, alte Eichen- und Buchenwälder sowie Moorlandschaften, es ist einfach wunderschön und erinnert auch ein wenig an das Auenland aus dem Herrn der Ringe.

Die New-Forest-Ponys
Im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen jedoch die rund 5.000 halbwild lebenden Ponys. Sie durchstreifen den Park frei, grasen auf offenen Wiesen, entlang der Landstraßen oder zwischen den alten Bäumen. Die sogenannten New-Forest-Ponys sind keine echten Wildpferde im biologischen Sinne, da sie Menschen gehören, sogenannten „Commoners“, Einheimischen, die das Weiderecht besitzen. Doch ihre Lebensweise ähnelt stark der wilder Tiere: Sie leben das ganze Jahr über draußen, kümmern sich eigenständig um ihre Nahrung und bewegen sich frei innerhalb des Nationalparks… und auch darüber hinaus. In dem Dorf Brockenhurst, wo wir übernachteten laufen ab und zu auch die Ponys durch und auf dem Straßen, grasen in Vorgärten oder stehen einfach nur da 😉 tatsächlich haben die meisten Häuser an den Hauptstraßen am Nationalpark Rindergitter im Boden, sodass die Ponys nicht auf das Grundstück gelangen.
Diese Tiere sind robust, genügsam und seit Jahrhunderten an die Bedingungen der Region angepasst. Ihre Wurzeln reichen weit zurück: Schon im Domesday Book, einer Erhebung aus dem Jahr 1086, wurden Pferde in dieser Region erwähnt. Heute gelten sie als eigenständige Rasse mit strengen Zuchtstandards, die ihre Gesundheit und Ursprünglichkeit sichern sollen.

Mensch und Natur im Einklang
Das Besondere am New Forest ist das harmonische Zusammenleben von Mensch, Tier und Natur. Die Ponys sind nicht nur ein touristisches Highlight, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Durch das Grasen halten sie die Heideflächen offen, verhindern Verbuschung und fördern die Artenvielfalt. Gleichzeitig übernehmen sie eine landschaftspflegerische Rolle, die in anderen Regionen aufwendig und kostenintensiv wäre.
Auch andere Tiere wie Hirsche, Hochlandrinder, Esel und sogar Schweine (die während der „Pannage“-Saison zum Eichelfressen in den Wald gelassen werden) tragen zur ökologischen Vielfalt bei. Besucher erleben im New Forest eine ungewöhnlich ursprüngliche Landschaft, in der jahrhundertealte Nutzungsrechte und moderne Naturschutzideen Hand in Hand gehen.
Jährlich besuchen über fünf Millionen Menschen den New Forest. Wandern, Radfahren und Reiten gehören zu den beliebtesten Aktivitäten. Dennoch ist Vorsicht geboten: Die Tiere dürfen nicht gefüttert oder gestört werden, und es gelten klare Verkehrsregeln, da viele Ponys sich auch auf Straßen aufhalten.
Wer den New Forest besucht, spürt sofort die entschleunigende Wirkung dieser alten Kulturlandschaft. Es ist ein Ort, an dem Geschichte, Natur und Tierwelt in einzigartiger Weise verschmelzen. Es war unfassbar schön und beruhigend, neben vielen anderen Wanderer und Spaziergänger, viele davon mit Hund, durch die Natur auf oder abseits der Wege zu streifen und als stiller Beobachter die Ponys zu bewundern.
Ein wunderschönes Landschaftsgebiet und einzigartig durch die wilden Tiere, denen man unausweichlich schon nach Minuten nahekommt. Wer denkt, dass man Glück haben muss oder Ausschau nach den Ponys halten muss, täuscht sich, man kann ihnen tatsächlich gar nicht „nicht“ begegnen 😉

Unsere Übernachtung
Wir haben am Rand von Brockenhurst, eine wunderbare kleine Stadt am/in Nationalpark, übernachtet und waren dort auch unterwegs.
Unser Hotel, das “Forest Park Country Hotel” war ein gemütliches und angenehmes Hotel, wir hatten ein Zimmer in Erdgeschoss zum Garten. Man konnte entspannt sein Pint mit einem Sandwich in der Sonne im Garten genießen und das Hotel ist hundefreundlich. Parken war kostenfrei und auch gibt es, falls das Wetter nicht so schön wie bei unserem Besuch sein sollte, Regenschirme und Gummistiefel an der Rezeption.
Abends waren wir noch auf ein Getränk im Foresters Arms Pub, ein Ort mit vielen Einheimischen und britischen Gästen, mit einem angenehmen Außenbereich für die „Innenstadtlage“.

